AKTIONSGEMEINSCHAFT JUS

Vorsitzende der FV - ohne *Genderwahn und Kompromisse

Im Sommer 2013 wurde ich von den Mandataren der Fakultätsvertetung Jus zur neuen Vorsitzenden gewählt und nehme seither meine Arbeit und die damit verbundene Verantwortung sehr ernst. Im Zentrum stehen hierbei besonders die wahren Interessen der Studenten, fernab von aufgezwungenen Problematiken, wie sie von der ÖH der Universität Wien konstruiert werden. Natürlich ist es nicht unwichtig, sich mit gesellschaftlichen Problemen auseinanderzusetzen – meine Aufgabe als gewählte Funktionärin sehe ich allerdings in der Bekämpfung anderer Hindernisse und Frotzelein im Uni-Alltag selbst.

Daniela Spießberger

Es geht hierbei nicht um weit hergeholte Genderproblematiken und Neudefinitionen von sozialen Geschlechtern, sondern um studienbezogene Probleme und die damit verbundene konstruktive Lösungsfindung. Demonstrationen rund um gesellschaftspolitische Themen haben auf einer Universität nur bedingt etwas zu suchen. Außerdem gibt es sicherlich bessere Wege den ÖH Beitrag zu nutzen, als Zugtickets zu „queeren" und kommunistischen Demonstrationen zu finanzieren, bei denen mehrere gewalttätige Übergriffe stattfinden. Hier stellt sich dann für vielen die Frage ob die Zwangsmitgliedschaft der ÖH noch Sinn macht, denn für die wahren Interessen tritt die ÖH Uni Wien dadurch nicht ein – sinnvolle Budgetverteilung sieht anders aus!

Bereits zu Beginn der neuen Funktionsperiode waren wir mit einigen neuen Problematiken, die tatsächlich den Alltag der Studenten beeinflussen, konfrontiert. In meinem Bericht möchte ich jedoch nicht auf die ohnehin bekannten näher eingehen, sondern euch vielmehr einen Blick hinter die Kulissen werfen lassen, um euch so einen Einblick in die Arbeit eines Vorsitzenden zugeben.

Gerade als Vorsitzende einer Fakultätsvertretung ist es wichtig eine gewisse Balance zu halten um eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Instituten nicht durch voreilige Annahmen und Handlungen zu gefährden. Ich bin jedoch der Meinung, dass wir von den Professoren, Institutsvorständen und Mitgliedern der Studienplanleitung zu oft bewusst von wichtigen Entscheidungen ferngehalten wurden und möchte hier nun einiges klarstellen. Uni-Politik sollte nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden!

Bereits nach wenigen Wochen in meiner neuen Funktion sprach ich mit mehreren Institutsvorständen um für eure Interessen einzutreten und traf dort natürlich nicht immer auf Zustimmung. Ich durfte mich als Revolten -Vorsitzende bezeichnen lassen und wurde zum Dekan zitiert, welcher der Fakultätsvertretung mit einer Aufsichtsbeschwerde drohte. Wenn ich nun allerdings die Früchte dieser Arbeit sehe, dann weiß ich, dass es das alles wert war.

In zwei Jahren möchte ich auf meine Funktionsperiode zurückblicken und sagen können, wir haben nicht nur reagiert, sondern auch Missstände aufgedeckt und wesentlich zur Verbesserung des Studiums beigetragen.

Mehr als aktuell scheinen die Ungereimtheiten rund um die Habilitationskommission und Nachfolge aus dem Fach Rechtsphilosophie. Im letzten Semester wurde eine Kommission zur Besetzung einer Professur einberufen – in der engeren Auswahl standen zwei Professoren (Prof. Holzleithner und Prof. Somek). Nach vielen Sitzungen und Gutachten hat sich die Kommission schließlich für den international renommierten Prof. Somek und somit gegen eine hausinterne Berufung für Prof. Holzleithner entschieden. Unverständlicherweise hat sich die Professorenkurie nach einem Bericht des Dekans über den Lauf des Verfahrens dafür ausgesprochen, die Professur vorerst nicht nach zu besetzen. Damit setzt man sich jedoch über die eindeutige Entscheidung der Berufungskommission hinweg, deren alleinige und ureigene Aufgabe es ist dem Rektor einen Besetzungsvorschlag zu unterbreiten.

Könnte es sich gar um Postenschacherei handeln? Vor zwei Wochen erhielten wir schließlich auch den Aufruf zur Nominierung der studentischen Mitglieder einer Berufungskommission aus dem Fach Europarecht. Die Professur ist erst für das Jahr 2018 ausgeschrieben.

Ja richtig – einerseits wird eine Professur aus einem Grundlagenfach auf Eis gelegt und andererseits wird bereits 5 Jahre im Vorhinein eine Kommission für Europarecht einberufen. Da spielen wir nicht mit!

Wir haben uns daher geweigert für diese Kommission Mitglieder zu nominieren. Zu allem Überdruss informierte uns das StudienServiceCeneter (Dekanat) nicht wie üblich mehrere Wochen im Voraus von der Besetzung dieser Kommission sondern teilte uns um 11 Uhr mit, dass wir bis 12 Uhr unsere Vertreter nennen müssen, damit die Kommission noch in derselben Woche vom Senat der Universität Wien beschlossen werden darf. Daraufhin hatte ich die große Ehre einmal unseren Dekan von einer etwas anderen, unangenehmen, Seite kennenzulernen. Die Nichtnominierung wollte er mit der bereits eingangs erwähnten Aufsichtsbeschwerde sanktionieren.

Fazit: Ich warte derzeit auf einen Termin bei unserem Rektor Engl um die Sache nun zu klären. Gleichzeitig wird die gesamte Fakultätsvertretung weiter dafür kämpfen, dass die Rechtsphilosophiestelle endlich besetzt wird!

PS: Auch der universitäre Mittelbau (Assistenten) und sogar die Professoren sind unserem Beispiel gefolgt und weigerten sich die Berufungskommission aus Europarecht zu besetzen. Die erste Etappe haben wir gewonnen.