AKTIONSGEMEINSCHAFT JUS

Lernblockade ade!

Was zu tun ist, wenn man nichts mehr tun will.

Wer von uns kennt das nicht? In drei Tagen steht die nächste Klausur an und man kommt nicht über den einen Absatz drüber, den man sowieso schon achtmal gelesen hat und immer wieder von vorne anfangen muss, weil man nach zwei Zeilen schon wieder den ersten Satzteil vergessen hat. Nach einer geschlagenen Partie mit KW und Co, versucht man mit einem Powernap noch die Energiereserven anzukurbeln, verwendet allerdings die Schlummertaste so oft, dass der ganze Nachmittag letzten Endes im Eimer ist und schmeißt somit gegen 18.30 Uhr das Handtuch und gönnt sich die neue Staffel GoT.

Während viele schon behaupten, dass die Blockade den ganzen Tag, wenn nicht sogar schon Wochen oder Monate läuft, fängt sie faktisch gerade an. Der richtige Stress kommt nämlich erst, wenn unsere Freunde Angst und Panik wieder auftauchen, diese sind nämlich die Ursachen für unseren Denkstopp.

Wir leben in einem Zeitalter der unbewussten Anstrengung.

Die Reizüberflutung, mit der wir konfrontiert werden, kann ein beachtlicher Grund für unsere Lernblockaden sein. Versucht heute doch einmal aktiv alle Bildschirme mitzuzählen, an denen ihr vorbeigeht. Von der Minutenanzeige am Schottentor, bis hin zum automatischen Plakatwechsler mit der neuen Zalando-Kollektion, wird euch wohl noch öfter auffallen, dass wir Dinge wahrnehmen, die wir eigentlich gar nicht wahrnehmen. Je stressiger der Tag ist, umso mehr arbeitet unser Unterbewusstsein, um überflüssige Reize auszublenden und gezielt das zu verarbeiten, was verarbeitet werden muss.

Zwar mag ein Powernap nach solch anstrengenden Tagen helfen, eine wirkliche Lösung für das Problem ist das beliebte Minutenschläfchen allerdings nicht. Wie ihr der Sache auf den Grund gehen könnt und Blockaden vermeiden könnt, werde ich euch in diesem Artikel näher bringen.

 

Vor dem Falllösen den eigenen Fall lösen

Eine der effektivsten Methoden, um den Kopf frei zu kriegen, ist das so genannte „Speed-Writing“. Dieses wird oft in Autorenkreisen angewendet, wenn man gerade nicht mit dem Schreiben weiterkommt. Die Übung funktioniert ganz einfach. Nehmt euch ein leeres Blatt Papier und einen Stift und stellt euch einen Wecker auf fünf Minuten. Binnen dieser Minuten schreibt ihr alles auf, was ihr loswerden wollt. Es müssen keine Sätze sein oder logische Zusammenhänge, wichtig ist einfach nur, dass ihr alle Gedanken in kürzester Zeit aus eurem Gedankenwirrwarr auf das Papier bringt. Wenn das Klingeln des Weckers ertönt, nehmt ihr das Blatt und zerreißt es in kleine Stücke.

Ursprünglich kommt dieser Gedankenplatzmacher aus dem asiatischen Raum, dort wird er vor allem zur Vorbereitung auf die Mediation verwendet.

 

Erst wenn der Kopf leer ist, ist wieder Kraft da, um ihn aufzufüllen

Die Wetterfee hat uns heuer einen goldenen Herbst wie aus dem Bilderbuch geschenkt. Geht doch einfach für ein paar Minuten raus! Laufschuhe an und auf in die frische Luft, und das am besten ohne Musik. Achtet doch einfach für ein paar Minuten auf eure Haltung und Atmung. Was gibt es besseres zum Krafttanken als Mutter Natur? Wichtig ist es auch hier, die Zeit im Auge zu behalten. Zwanzig Minuten sollten reichen, um euer Gehirn mit genug Sauerstoff für die nächsten paar Stunden zu füllen. Wenn die Versuchung nicht mehr zu eurem Schreibtisch zurückzufinden dadurch steigt, dann nehmt doch einfach das Buch mit und lest ein paar Seiten im Freien.

 

Übermut tut selten gut

Die schlimmsten Blockaden entstehen dann, wenn der Druck steigt. Wichtig ist schon die Planung der Prüfungsvorbereitung. Nicht einmal der ausdauerkräftigste Jurist unter uns, kann zwölf Stunden in seinen Büchern wälzen. Die realistische Setzung einzelner Tagesziele ist der Schlüssel zum stressfreien Lernen. Achtet dabei immer darauf, dass stofftechnisch eine klare Aufteilung zwischen den Themengebieten herrscht, um inhaltliche Vermischungen zu vermeiden, und dass ihr genug Pausen einplant.

 

Geist über Körper

Die mentale Einstellung ist alles, sei es beim Lernen oder in den letzten Sekunden vor der Prüfung. Wenn ihr Gänsehaut beim Gedanken an den nächsten Prüfungsantritt bekommt, wird der Weg bis dorthin sicher nicht leicht. Mit einem „Vielleicht wird’s was, vielleicht auch nicht!“ lernt es sich nicht annähernd so gut wie mit einem „Ich schaffe das!“. Das Erfolgsrezept ist das Umleiten aller negativen Gedanken in etwas Positives. Macht euch einen Plan für die Tage nach der Prüfung, ein simples Mittagessen mit den engsten Freunden oder ein einfacher Kinobesuch helfen schon, um den mühsamsten Lerntag leichter zu überstehen. Stattet euch vor jedem Lernvergnügen mit genug Wasser und reichlich Gehirnnahrung aus und versucht vor allem nicht euren Schlafrhythmus zu strapazieren. Sieben bis acht Stunden Schlaf müssen eingeplant werden, da euer Körper sonst nicht genug Zeit hat, sich auszuruhen. Auch euer Gehirn braucht die Ruhe, um die Informationen, die ihr euch angelernt habt, im Schlaf zu verarbeiten.

Vergesst nie, dass jede Blockade im Kopf beginnt und auch nur dort beseitigt werden kann.