AKTIONSGEMEINSCHAFT JUS

OptiDOS D2082 und Pseudomonas aeruginosa

OptiDOS D2082 und Pseudomonas aeruginosa im Wasser - Studenten erfahren's als Letzte. Eine kurze Chronologie des hausinternen Umgangs mit unzureichender Trinkwasserqualität am Juridicum.

Caroline Lessky

In den letzten Tagen mussten wir den Medien vermehrt falsche Berichte über die Trinkwasserproblematik am Juridicum entnehmen. Daher sehen wir uns hier zu einer Klarstellung veranlasst.

Bereits im Sommer trat bei Wasseranschlüssen in Büroräumlichkeiten einiger Institute verfärbtes Wasser auf. Bei einem anschließend durchgeführten Test, wurde, ohne dass es öffentlich gemacht wurde, ein überhöhter Eisengehalt festgestellt. Seitdem wird die Chemikalie OptiDOS D2082 mittels Dosieranlage dem Wasser zur Regulierung zugesetzt.

Angestellte der Universität wurden vor zwei Wochen in einer E-Mail explizit über die aktuelle Lage der Trinkwasserversorgung am Juridicum informiert. An die Studierenden erging diese Information allerdings nicht. Selbst uns, der Studierendenvertretung, wurde dies vorenthalten. Erst nachdem die Problematik eine Woche später öffentlich wurde, spielten uns besorgte Mitarbeiter diese E-Mail anonym zu.

„Mittlerweile wissen wir, dass bereits im Sommer bekannt war, dass ‚mit dem Wasser etwas nicht stimmt‘. Die Geheimnistuerei gegenüber den Studierenden ist für uns keineswegs akzeptabel und erschüttert unser Vertrauensverhältnis zum Dekanat“, erbost sich Caroline Lessky, die Vorsitzende der Fakultätsvertretung Jus.

Am 23. Oktober 2015 wurden wir erstmals offiziell über die Wasserproblematik verständigt. Das Raum- und Ressourcenmanagement der Universität Wien gab bekannt, dass „Pseudomonas aeruginosa“ in einem am 19. Oktober 2015 durchgeführten Wassertest der MA 39 festgestellt wurden. Diese E-Mail wurde uns anschließend vom Dekanat weitergeleitet, wir informierten daraufhin umgehend die Studierenden über unsere Onlinekanäle.

„Festgehalten werden muss, dass die Probeentnahme, die in den Zeitungen und vom ORF als ‚Routinekontrolle‘ bezeichnet wurde, lediglich auf Nachdruck einiger Universitätsmitarbeiter stattfand.“, stellt Caroline Lessky klar.

Wasserspender wurden entgegen einiger Zeitungsberichte bisher nicht aufgestellt. Nach einigen Telefonaten erfuhren wir heute Abend, dass nun doch schon morgen (28.10.2015) dreißig Wasserspender am Juridicum aufgestellt werden sollen.

„Die Tests fanden aufgrund eines begründeten Verdachts statt. Daher hätten alle Mitglieder des Hauses, also auch alle Studierenden, über die mögliche Gefahr vorab informiert werden müssen. Wir sind der Meinung, besser eine Warnung zu viel als eine zu wenig.“, ist auch Florian Lattner, der Obmann der Aktionsgemeinschaft Jus, über die Informationspolitik empört. „Eine nachträgliche Entwarnung wäre jedenfalls besser, als festzustellen, dass belastetes Wasser konsumiert wurde. Mit der Gesundheit der Studierenden darf nicht gespielt werden!“, ergänzt Lessky abschließend.