AKTIONSGEMEINSCHAFT JUS

Studienplatzfinanzierung und Aufnahmeprüfung

Im neuen Arbeitsprogramm der Bundesregierung sind erstmals eine Studienplatzfinanzierung und flächendeckende Zugangsregeln vorgesehen. Als AktionsGemeinschaft Jus begrüßen wir dieses Vorhaben und sehen darin eine Möglichkeit zur dringend notwendigen Verbesserung der Studienbedingungen am Juridicum.

Clemens Kraemmer

Die AG Jus setzt sich seit Jahren für die Einführung eines Aufnahmetests am Juridicum ein. Auch die Studierenden des Juridicums sprechen sich mit deutlicher Mehrheit für solche Tests aus, wie eine Umfrage der Fakultätsvertretung 2014 zeigte.  Dieser Aufnahmetest sollte juristische Materie behandeln, denn ein reiner Logik- oder IQ-Test, wie es der Medizin Aufnahmetest ist, greift eindeutig zu kurz, um die Eignung für unser Studium festzustellen.

Die zentrale Frage bei jedem Aufnahmeverfahren ist natürlich, wieviele Studierende zugelassen werden. Derzeit beginnen viele Studierende das Jusstudium mangels besserer Alternative oder weil die Frist zum Aufnahmeverfahren ihres Wunschstudiums bereits abgelaufen ist. Unsere Intention war es immer, durch die Einführung eines Aufnahmetests, diese Effekte zu verringern, dadurch das Betreuungsverhältnis zu verbessern und somit die Drop-out-Quote drastisch zu reduzieren. Im Idealfall sinkt durch die bloße Existenz eines Aufnahmetests die Zahl der Studienbeginner bereits so sehr, dass im Endeffekt keinem Interessenten sein Studienplatz verweigert wird.

Die derzeit im Raum stehenden Konzepte der Bundesregierung sehen allerdings eine deutlich geringere Anzahl an Studienplätzen vor, als in der Vergangenheit angedacht waren. So wird vorgeschlagen, nur mehr 800 Studienanfänger im Jahr zuzulassen (Studienabsolventen +20%). Auch wenn nach Einführung eines Aufnahmetests die Anzahl der Studienabbrecher deutlich sinken wird, so kann niemand ernsthaft erwarten, dass die Absolventenquote von 20% auf 80% steigen wird.

Die 2011 eingeführte Studieneingangs und Orientierungsphase dient als eine Art Selektionsverfahren, das ein Semester dauert und somit den Studierenden Zeit und der Universität Geld kostet. Wird sie in Zukunft durch einen effizienteren Aufnahmetest ersetzt, sollte sich die Zahl der Aufgenommenen an der Zahl der derzeitigen StEOP-Absolventen orientieren. Ein Aufnahmetest mit dieser Quote würde sowohl eine Verbesserung der Studienbedingungen, als auch eine gleichbleibende Zahl an Magistern der Rechtwissenschaften sicherstellen.

„Als Studierendenvertreter wollen wir sicherstellen, dass ausreichend Studienplätze zur Verfügung stehen. Die Zahl der zukünftig verfügbaren Studienplätze muss um mindestens 20% höher sein als die Zahl der bisherigen StEOP-Absolventen. Denn die Absolventenzahl darf nicht sinken! “, fordert Clemens Kraemmer, Präsident der AktionsGemeinschaft Jus.

An die Einführung von Zugangsregeln knüpft die Bundesregierung auch die so genannte Studienplatzfinanzierung. Dieses Vorhaben stellt eine enorme Verbesserung der derzeitigen Rahmenbedingungen an unserer Universität in Aussicht, da die pro Student zur Verfügung stehenden Mittel deutlich steigen werden. Das Budget der Fakultät hängt in Zukunft von der Anzahl der Studierenden ab. Dadurch entsprechen die Ressourcen endlich der Zahl der tatsächlich Studierenden.

Dazu bedarf es aber endlich einer Umsetzung der von der Bundesregierung versprochenen 2% BIP-Quote zur Ausfinanzierung des Hochschulsektors! „Bei allen diskutierten Maßnahmen muss die Qualitätssicherung der Lehre das oberste Ziel sein. Zugangsregelungen können unser Studium nur zusammen mit einer ausreichenden Finanzierung verbessern!“, stellt Caroline Lessky, Vorsitzende der Fakultätsvertretung Jus, klar.