AKTIONSGEMEINSCHAFT JUS

Willkürliche Einschränkung der Studienfreiheit!

Im Rahmen der gestrigen Veröffentlichung der schriftlichen Prüfungstermine für das Wintersemester 2016/17 informierte das Dekanat uns Studierende über die Abschaffung des Novembertermins für die StEOP Einführung. Die AktionsGemeinschaft Jus sowie alle Mandatare der Fakultätsvertretung Jus sprechen sich entschieden gegen die Streichung von Prüfungsterminen aus.

Caroline Lessky

Vor einigen Tagen informierte die Studienprogrammleiterin ao. Univ.-Prof. Dr. Bettina Perthold im Rahmen eines erbetenen Gesprächstermins erstmals die Fakultätsvertretung Jus von diesem Vorhaben und bat uns um unsere Sicht der Dinge. Die Streichung des Novembertermins der StEOP Einführung ist nur der erste Schritt, in Zukunft soll auch ein Termin im Sommersemester entfallen. Die anwesenden Studienvertreter, Irmgard Nemec und ich, Caroline Lessky, protestierten bereits bei diesem persönlichen Gespräch klar gegen die Abschaffung von Prüfungsterminen.

 

Mögliche Langzeitauswirkungen

Unser Studium wurde in den letzten Jahren sukzessive durch Änderungen des Curriculums, der Satzung der Universität Wien sowie durch Gesetzesbestimmungen verschult. Durch eine Abschaffung von Prüfungsterminen wird die Problematik der Voraussetzungsketten weiter verschärft. Aufgrund der bevorzugten Zuteilungskriterien kann ein entfallener Termin nämlich in einem Dominoeffekt mehrere Semester lang Auswirkungen auf den Studienerfolg haben. Diese Hinderung am Studienfortschritt kostet nicht nur Zeit sondern kann auch weitreichende finanzielle Folgen für Studierende mit sich bringen.

Besonders problematisch ist die Kürzung der Termine im November respektive April auch aufgrund der sogenannten Nachfrist, welche es Studierenden erlaubt Prüfungsleistungen für das Vorsemester bis inkl. 30. November beziehungsweise 30. April ohne finanzielle Einbußen zu erbringen. Entfällt nun der Prüfungstermin im November wird diese per Gesetz vorgesehene Möglichkeit unterbunden.

 

Begründung durch die Professoren

Als Begründung für die Streichung der Zwischentermine werden seitens der Fakultät eine erhoffte Verringerung der Arbeitsbelastung sowie die Hoffnung auf bessere Prüfungsergebnisse genannt. Die Hoffnung auf bessere Noten durch Streichung eines Prüfungstermins erscheint uns eher zweifelhaft. Unabhängig davon muss der Universität klar sein, dass die Entscheidung über einen Antritt in der Eigenverantwortung der Studenten liegt und es nicht Aufgabe der Universität ist, hier regulierend einzugreifen. Die ins Treffen geführte angebliche Zeit- und Arbeitsersparnis der Prüfer ist ebenfalls definitiv keine ausreichende Argumentationsgrundlage, um Einschränkungen bei Prüfungen zu rechtfertigen. Bei einer genaueren Betrachtung zeigt sich überdies, dass die angebliche Arbeitsersparnis ein Trugschluss ist.

 

Die Gesetzeslage (Universitätsgesetz 2002)

Die Einführung von drei Prüfungsterminen pro Semester war eine Errungenschaft der AktionsGemeinschaft Jus im Jahr 1999. Die mittlerweile zur Selbstverständlichkeit gewordenen drei Prüfungstermine wurden später auch in § 59 Abs. 3 Universitätsgesetz für alle Prüfungen österreichweit gesetzlich festgeschrieben. In § 66 Abs. 1a befindet sich für die Studieneingangs- und Orientierungsphase jedoch eine Ausnahmeregelung, welche die Abhaltung von mindestens zwei Terminen vorsieht.

Aus diesem Grund kann die „StEOP Prüfung Einführung in die Rechtswissenschaften“ zum Zwischentermin abgeschafft werden, nicht aber die „MP Einführung in die Rechtswissenschaften“, wie die Prüfung für alle nicht unter die StEOP Regelung fallenden Studenten heißt. Diese MP Einführung können lediglich Studierende, welche bereits vor dem WS 2011/2012 inskribiert waren belegen. Demnach wird die Einführungsprüfung ohnehin im November abgehalten. Der Großteil der Studierenden wird in Zukunft bloß daran gehindert sich zu dieser anzumelden. Somit wird allein aufgrund überschießender Regelungswünsche und einer zweifelhaften Reduzierung des Korrekturaufwandes eine gesetzliche Ausnahmeregelung zulasten der Studierenden bis zum Letzten ausgereizt.

 

Fadenscheinige Begründung

Die Prüfung muss also auch im November geschrieben werden, die nicht zugelassenen Studierenden werden beim darauffolgenden Termin antreten und erhöhen somit dort die Gesamtzahl der zu korrigierenden Prüfungen. Wir werden also einen ganz klassischen Verdrängungseffekt erleben. Hier erkennt wohl jeder, dass diese Maßnahme nur minimalste Vorteile für die Institute aber massive Nachteile für uns Studierende mit sich bringt.

 

Diese grundlose Verschlechterung der Studienbedingungen ist für uns nicht hinnehmbar! Wir haben die Studienprogrammleiterin bereits darüber informiert, dass wir gegen diesen Schritt auch öffentlich kampagnisieren werden.

Die Fakultätsvertretung und die Aktionsgemeinschaft Jus sprechen sich klar für die uneingeschränkte Beibehaltung aller Prüfungstermine unserer 14 Modulprüfungen aus. Ich verspreche euch, dass wir alles in unserer Macht stehende unternehmen werden um dieser angekündigten Streichung entgegen zu wirken!

Wir bleiben dran

Eure Caro