AKTIONSGEMEINSCHAFT JUS

Dissertation

Im Doktoratsstudium ist eine Dissertation abzufassen. Das ist eine wissenschaftliche Arbeit, die über die Anforderungen an eine Diplomarbeit hinaus die Befähigung des Dissertanten nachweist, selbständig wissenschaftliche Probleme zu bewältigen. Sie muss also etwas "Neues" beinhalten. Das ist freilich nicht überzubewerten: Auch die Systematisierung und Analysierung eines in Lehre und Rechtsprechung strittigen Themas mag diesen Anforderungen entsprechen. 

Der Umfang der Dissertation sollte sich zwischen 150 bis 200 Seiten bewegen, genaue Angaben sind durch Absprache mit dem Betreuer zu erhalten. 

Themenwahl 

Das Thema der Dissertation ist einem der im rechtswissenschaftlichen Diplomstudium festgelegten rechtswissenschaftlichen Fächer (das sind alle Prüfungsfächer außer Einführung in die Rechtswissenschaften) zu entnehmen oder hat in einem sinnvollen Zusammenhang mit einem dieser Fächer zu stehen. In einem sinnvollen Zusammenhang stehen etwa alle Wahlfachkorbfächer. Das Fach, dem die Dissertation zugeordnet wird, bildet das Dissertationsfach. Zur Thematik der "Fächer" (Dissertationsfach, Ergänzungsfach, Wahlfach) siehe genauer unten unter "Prüfungen". 

Da der Dissertant die Befähigung nachzuweisen hat, selbständig wissenschaftliche Probleme lösen zu können, kann es ein Problem geben, wenn man ein Thema wählen will, das gerade bearbeitet wurde. Solange man nicht abschreibt, ist das prinzipiell kein Problem. Freilich wird man diesen Verdacht nur schwer entkräften können, wenn die Dissertation leicht (etwa in der Bibliothek) verfügbar war und sich Textteile oder Aufbau in der eigenen Dissertation von der bereits existierenden nur unwesentlich unterscheiden. Darüber hinaus übernehmen Professoren eine Betreuung nur ungern, wenn das Thema nicht originell genug ist (es zB gerade bearbeitet wird oder vor kurzem bearbeitet wurde). Es ist daher sehr zu empfehlen, schon vor der Anmeldung der Dissertation selbst eine Ähnlichkeitsrecherche durchzuführen. Die Liste der angemeldeten und die der bereits beurteilten Dissertationen ("nicht approbiert" oder "approbiert") findest du hier.  

Als Faustregel gilt: Ein Thema eignet sich umso besser als Dissertationsthema, je länger es nicht bearbeitet wurde bzw je mehr sich seit der letzten Bearbeitung geändert hat (Gesetzes- oder Judikaturänderungen). 

Theoretisch besteht laut Satzung eine Verpflichtung, das Thema spätestens am Ende des ersten Studienjahres bekannt zu geben, die Nichtbefolgung dieser Bestimmung ist aber sanktionslos. 

Für die Themenwahl im engeren Sinn empfiehlt sich das "Einlesen" in das Fach insbesondere mittels Kommentaren. Es gibt keine Liste mit verfügbaren Themen, sodass die Themensuche jedem Studierenden selbst überlassen bleibt. Hat man einen Themenvorschlag (oder besser: mehrere), spricht man mit einem Professor, den man gerne als Betreuer hätte. 

Betreuer

Informationen zu den Betreuern findest du im "Betreuer-Check".

Beurteilung 

Nach Fertigstellung der Dissertation (und allfälliger Korrekturarbeiten durch den Betreuer) wird die Dissertation am Dekanat in vierfacher Ausfertigung zur Beurteilung abgegeben. Üblicherweise wird sie gebunden (die meisten Copy-Shops binden Dissertationen, insbesondere für Studierende steht auch die Lehrmittelstelle der Universität Wien zur Verfügung). Zudem muss die fertige Dissertation auch elektronisch eingereicht werden. Dies geschieht durch das Hochladen der Arbeit im pdf-Format unter https://hopla.univie.ac.at/. 

Der Studienpräses in der Praxis auf Grund einer Ermächtigung: der Studienprogrammleiter weist die Dissertation dann zumindest zwei Beurteilern zu. Auch für diese gilt, dass sie nur Dissertationen aus dem Fach ihrer Lehrbefugnis beurteilen dürfen und auch (bei entsprechender Begründung und Zustimmung der Fachvertreter) "auswärtige" sein können. üblicherweise werden zwei Beurteiler herangezogen, als Erstbeurteiler immer der Betreuer und für den Zweitbeurteiler wird der Vorschlag des Dissertanten nach Möglichkeit berücksichtigt. Sollte der Betreuer nicht auch Beurteiler werden, so darf er jedenfalls eine Stellungnahme zur Dissertation abgeben.

Die Beurteiler haben die Dissertation innerhalb von vier Monaten zu beurteilen. Eine Sanktion für die Überschreitung dieser Frist besteht allerdings nicht. Die Beurteiler erstatten Gutachten über die Arbeit, welche die Grundlage für die abschließende Benotung bilden. In der Regel ist die Note also ausführlich begründet. 

Die Endnote ergibt sich aus dem Notendurchschnitt der Gutachten, wobei das arithmetische Mittel der Gutachten errechnet wird (und Ergebnisse von kleiner oder gleich x,5 auf die bessere Note gerundet werden, bei zwei Beurteiler wird also immer die bessere genommen). Wurden zwei Beurteiler herangezogen und benotet einer von beiden die Dissertation negativ, so ist ein dritter Beurteiler heranzuziehen. Bei zwei negativen Gutachten ist die Dissertation aber immer negativ. 

Sobald die Dissertation beurteilt wurde, wird sie auch in die "Liste der approbierten Dissertationen" eingetragen.