AKTIONSGEMEINSCHAFT JUS

Dissertation

Dissertationsvorhaben 

Der oder die Studierende hat einen Antrag auf Genehmigung des Dissertationsvorhabens gemeinsam mit der Betreuungszusage und dem Vorschlag der Dissertationsvereinbarung beim zuständigen studienrechtlichen Organ einzureichen. Dieser Antrag muss ein Exposé der Dissertation enthalten, das die Zielsetzungen und Methoden, einen Zeitplan sowie eine Auflistung der erforderlichen Ressourcen und eine Literaturliste angibt. 

Voraussetzung für die Genehmigung des Dissertationsvorhabens ist die fakultätsöffentliche Präsentation des Dissertationsvorhabens, welches schriftlich in elektronischer Form dem Studienprogrammleiter zur Publikation auf der Homepage der Fakultät oder in sonstiger geeigneter Weise zur Verfügung gestellt werden muss. Der Studienprogrammleiter hat die Präsentation dem Doktoratsbeirat zur Kenntnis zu bringen, der dazu Stellung nehmen kann. Daneben gibt es noch die Möglichkeit, dass die Genehmigung des Dissertationsvorhabens durch die oder den Studienpräses vor der fakultätsöffentlichen Präsentation erfolgt, wenn das Dissertationsvorhaben im Rahmen eines bereits extern nach internationalen Maßstäben positiv evaluierten Forschungsprojekts stattfindet. 

Die Genehmigung gilt als erteilt, wenn nicht innerhalb eines Monats nach der Präsentation (fakultätsöffentliche Publikation) die Ablehnung erfolgt. Wird vom Doktoratsbeirat eine Stellungnahme eingebracht, so verlängert sich die Entscheidungsfrist der oder des Studienpräses um zwei Wochen. Die oder der Studienpräses darf ein Dissertationsvorhaben nur auf Basis von fachlich begründeten Stellungnahmen des zuständigen Studienprogrammleiters und des fachlich zuständigen Doktoratsbeirates ablehnen. Sie oder er hat vor dieser Entscheidung den Studierenden und den vorgesehenen Betreuern Gelegenheit zur Einsichtnahme in die Stellungnahmen und zur Gegenstellungnahme zu geben. Die Aufforderung zur Gegenstellungnahme unterbricht die Entscheidungsfrist. Gegen die Ablehnung eines Dissertationsvorhabens steht als Rechtsmittel die Berufung an den Senat zu. 

Themenwahl 

Das Thema der Dissertation ist einem der im rechtswissenschaftlichen Diplomstudium festgelegten rechtswissenschaftlichen Fächer zu entnehmen oder hat in einem sinnvollen Zusammenhang mit einem dieser Fächer zu stehen. In einem sinnvollen Zusammenhang stehen etwa alle Wahlfachkorbgebiete. Das Fach, dem die Dissertation zugeordnet wird, bildet das Dissertationsfach.

Da der Dissertant die Befähigung nachzuweisen hat, selbständig wissenschaftliche Probleme lösen zu können, kann es ein Problem geben, wenn man ein Thema wählen will, das gerade bearbeitet wurde. Solange man jedoch nicht abschreibt, ist das prinzipiell kein Problem. Freilich wird man diesen Verdacht nur schwer entkräften können, wenn eine sehr ähnliche  Dissertation leicht (etwa in der Bibliothek) verfügbar war und sich Textteile oder Aufbau in der eigenen Dissertation von der bereits existierenden nur unwesentlich unterscheiden. Darüber hinaus übernehmen Professoren eine Betreuung nur ungern, wenn das Thema nicht originell genug ist (es zB gerade bearbeitet wird oder vor kurzem bearbeitet wurde). Es ist daher sehr zu empfehlen, schon vor der Anmeldung der Dissertation selbst eine Ähnlichkeitsrecherche durchzuführen. Die Liste der angemeldeten und die der bereits beurteilten Dissertationen ("nicht approbiert" oder "approbiert") findest du unter www.juridicum.at

Für die Themenwahl im engeren Sinn empfiehlt sich das "Einlesen" in das Fach insbesondere mittels Kommentaren. Es gibt keine Liste mit "verfügbaren" Themen, sodass die Themensuche  jedem Studierenden selbst überlassen bleibt. Hat man einen Themenvorschlag (oder besser: mehrere), spricht man mit einem Professor, den man gerne als Betreuer hätte. 

Betreuer

Einen Betreuer muss man selbst ansprechen. Viele Professoren haben dafür eigene Voraussetzungen, zB eine gute Note in dem entsprechenden Fach. Es ist sicherlich von Vorteil, wenn man diesem Professor bereits aufgefallen ist (zB in einem Diplomandenseminar). Nur wenn man keinen Betreuer findet, teilt der Studienpräses einen Betreuer zu. Diese Aufgabe nimmt der Studienprogrammleiter aufgrund einer Ermächtigung wahr. 

Als Betreuer eignen sich grundsätzlich alle Personen mit Lehrbefugnis für das betreffende Fach. "Auswärtige" Professoren (von einer anerkannten inländischen oder ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung, soweit ihre Lehrbefugnis ausreichend ist) werden nur bei besonderer Begründung herangezogen (Fachkunde oder Naheverhältnis zur Universität). Dies sollte mit der Studienprogrammleitung besprochen werden. Außerdem müssen dafür die habilitierten Fachvertreter der Universität (also die Professoren des entsprechenden Faches) mehrheitlich zustimmen.

Weitere Informationen über die individuellen Anforderungen der unterschiedlichen Betreuer findest du im Forum unter "Postgraduates- Betreuer-Check".

Dissertationsvereinbarung 

Diese wird zwischen der Betreuungsperson oder den Betreuungspersonen und dem Dissertanten mit Zustimmung des Studienprogrammleiters abgeschlossen. 

Die Dissertationsvereinbarung enthält folgende Punkte: 

1. den Namen der Studierenden, Matrikelnummer, Geburtsdatum 

2. die Namen der betreuenden Personen, 

3. das Thema der Dissertation; 

4. das Curriculum, auf dessen Basis das Studium absolviert wird, 

5. das Dissertationsgebiet, dem die Dissertation zugeordnet wird; 

6. einen Zeitplan für das Dissertationsvorhaben, nötigenfalls auch eine Finanzplanung; 

7. die zu erbringenden Leistungsnachweise im Sinne des § 4 Abs 3; 

8. die Eckdaten zur Betreuung, insbesondere die Frequenz der geplanten Feedbackgespräche zwischen Betreuer und Doktorand; 

9. Verpflichtungserklärung des Dissertanten zur Einhaltung der Regeln über das redliche wissenschaftliche Arbeiten; 

10. Vorschlag fachlich geeigneter Beurteiler der Dissertation (sowie - eventuell- die Mitglieder der Prüfungskommission)

Zusätzlich ist das Exposé ein integrierter Bestandteil der Dissertationsvereinbarung. 

Die Dissertationsvereinbarung ist von den Studierenden im Einvernehmen mit den betreuenden Personen auf Basis periodischer, jedenfalls jährlicher, Berichte über den Studienfortgang durch Anhänge zu ergänzen. Versionen der Dissertationsvereinbarungen sind zu dokumentieren. Änderungen der Dissertationsvereinbarung hinsichtlich der oben genannten Punkte 1 bis 5 bedürfen der Zustimmung des zuständigen studienrechtlichen Organs.

Einen Leitfaden zur Formatierung der Dissertation findest du hier!