AKTIONSGEMEINSCHAFT JUS

Pressemitteilung: Abschaffung StEOP-Termin

Universität Wien schafft einen von drei Terminen, zur Ablegung der ersten Studienprüfung, ab. Über 1000 Studierende am Juridicum unterzeichnen Online-Petition der AktionsGemeinschaft.

Die Ankündigung des Dekanats der juridischen Fakultät der Universität Wien, zwei Prüfungstermine der „StEOP Einführungsprüfung“ abzuschaffen, sorgt bei den Studierenden für großes Unverständnis. In weniger als einer Woche beteiligten sich mehr als tausend Jusstudenten an einer Online-Petition der AktionsGemeinschaft Jus gegen die Streichung von Prüfungsterminen. Statt wie bisher drei Prüfungstermine zur Auswahl zu haben, sollen nun nur noch zwei Termine im Semester abgehalten werden. Der Novembertermin wurde gestrichen, ein Prüfungstermin im Sommersemester soll ebenso entfallen.

„Hartnäckig hält sich das Gerücht vom faulen Studenten. Unser Studium ist schon jetzt kaum in Mindestzeit zu bewältigen. Wir möchten Leistungen erbringen! Durch die Streichung von Terminen werden wir Studenten aber weiter an einem schnellen Studium gehindert.“, empört sich Caroline Lessky, die Vorsitzende der Vertretung der Studierenden am Juridicum.

Um die verantwortlichen Entscheidungsträger der Universität zur Einsicht zu bewegen, hat die AktionsGemeinschaft eine zusätzliche Funktion in die Petition eingebunden. Gleichzeitig mit der Unterzeichnung kann jeder, mit nur einem Mausklick von ihrer Webseite aus, ein Email an die Studienprogrammleiterin und den Dekan senden. Gestartet wurde die Online-Petition mit einem Videoaufruf durch Lessky.

Clemens Kraemmer, Präsident der AktionsGemeinschaft Jus, betont den Zusammenhalt der Studenten: "Unser Dank gilt den vielen Studierenden, die gemeinsam mit uns ein starkes Zeichen gegen diese irrationalen Einschränkungen setzen.“

„Wenn selbst Protestbriefe von tausend einzelnen Studenten die Handelnden nicht von ihrem Irrweg abbringen, zeigt dies, welch geringen Stellenwert die Lehre und Ausbildung von jungen Menschen an dieser Fakultät genießt.“, ergänzt Lessky.

Wie viele andere Studien wurde auch das Jus-Studium immer mehr verschult und strikte Voraussetzungsketten eingeführt. Diese bewirken nicht nur eine Einschränkung der Freiheit im Studium, sondern sorgen auch regelmäßig für einen erheblichen Zeitverlust. Durch die Abschaffung von Prüfungsterminen wird diese Problematik weiter verschärft. Durch fixe Zuteilungskriterien kann ein wegfallender Termin einen Dominoeffekt auslösen und mehrere Semester lang Auswirkungen auf den Studienerfolg haben.

Ein Wegfall der Termine im November respektive April ist auch mit finanziellen Konsequenzen für die Studierenden verbunden. In der sogenannten Nachfrist ist es Studierenden möglich, bis inklusive 30. November beziehungsweise 30. April, ohne finanzielle Einbußen Prüfungsleistungen für das Vorsemester zu erbringen. Entfällt nun der Prüfungstermin im November, wird diese per Gesetz vorgesehene Möglichkeit unterbunden.

Besonders pikant ist, dass die Prüfungstermine nicht für alle, sondern nur für einen Teil der Studenten eingeschränkt werden. Nach dem Universitätsgesetz sind österreichweit drei Prüfungstermine je Semester vorgeschrieben. Aufgrund einer Ausnahmeregelung gilt diese Mindestzahl nicht für die Studieneingangs- und Orientierungsphase (StEOP), in welcher die Einführungsprüfung stattfindet. Allerdings müssen Studierende, welche nicht unter die StEOP-Regelung fallen, dieselbe Prüfung ebenfalls schreiben. Im Gegensatz zu ihren StEOP-Kollegen darf für sie aufgrund der gesetzlichen Vorgabe kein Prüfungstermin wegfallen. Folglich müssen die Professoren die Einführungsprüfung auch weiterhin für den Novembertermin vorbereiten. Ein Großteil der Studierenden wird allerdings daran gehindert, sich zu dieser anzumelden. Ob dies nun bewusst in Kauf genommen wird oder ob gar ausgerechnet die rechtswissenschaftliche Fakultät die einschlägige Gesetzesbestimmung übersehen hat, wird sich wohl nicht mehr klären.

„Es handelt sich um eine reine Schikane für die Studierenden, ohne jeglichen Nutzen für die Universität!“, moniert Kraemmer.

Die Prüfung muss weiterhin drei Mal erstellt und korrigiert werden. Studierende, welchen die Teilnahme verboten wird, werden bei einem späteren Termin antreten und erhöhen dort die Zahl der zu korrigierenden Prüfungen. Es wird also einen reinen Verdrängungseffekt geben.

Caroline Lessky dazu: „Die von der Fakultät als Argumentationsgrundlage angeführte Arbeitsersparnis ist mehr als fadenscheinig. Diese grundlose Verschlechterung der Studienbedingungen nehmen wir nicht hin!“

Die AktionsGemeinschaft Jus fordert im Namen der Studierenden die Fakultät der Rechtswissenschaften auf, keine Streichung von Prüfungsterminen vorzunehmen und alle Studenten zur sowieso stattfindenden Prüfung zuzulassen.

Die Online-Petition finden Sie unter: http://agjus.univie.ac.at/petition-pruefungstermine/
Der Videoaufruf findet sich unter: https://www.facebook.com/video.php?v=1135484863148629

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