AKTIONSGEMEINSCHAFT JUS

Prüfungsrecht

Im Studienplan ist die Durchführung von Prüfungen genauer geregelt. Deine wichtigsten Rechte und rechtlichen Bestimmungen beschreiben wir im Folgenden näher.

Wozu Prüfungen?

Prüfungen dienen der Feststellung des Studienerfolgs durch stichprobenartigen Nachweis jener fachlichen Kenntnisse, Einsichten und Fähigkeiten, die im Prüfungsfach aufgrund einer wissenschaftlichen Berufsvorbildung für Juristen erwartet werden können.

Bei der Prüfung ist insbesondere darauf zu achten, ob der Kandidat den angegebenen Prüfungsstoff und die mit ihm verbundenen wesentlichen Anliegen des Faches, den Aufbau, die maßgeblichen Institutionen, Ordnungsfragen, Problemlagen und Sinnzusammenhänge des Faches sowohl kennt, als auch verstanden hat.

Der Prüfer hat die Prüfung auf faire Weise durchzuführen und somit alles zu unterlassen, was die Kandidaten diskreditieren oder in ihrer persönlichen Würde verletzen könnte.

Fremdsprachige Prüfungen

§ 27 Abs 4 Studienplan

Prüfungen können in jenen Fächern in einer Fremdsprache abgelegt werden, die nicht wesentlich an die deutsche Sprache gebunden sind. Auf die Ablegung von Prüfungen in einer Fremdsprache besteht kein Anspruch, der Prüfer muss der Prüfung in einer Fremdsprache zustimmen.

Prüfungsstoff & Lernbehelfe

§ 29 Studienplan

Der für die Vorbereitung und Abhaltung von Prüfungen in den Pflichtfächern maßgebliche Prüfungsstoff ist dem Semesterstundenausmaß entsprechend zu begrenzen. Dein Prüfer muss geeignete Studienbehelfe rechtzeitig bekannt geben, spätestens 3 Monate vor dem Prüfungstermin. 

Dies gilt nicht für aktuelle Gesetzesänderungen, sofern die Aneignung auch in kürzerer Zeit zumutbar ist. Unter Studienbehelfe werden Lernunterlagen in Form von Büchern oder Skripten verstanden. Die Studienbehelfe müssen dem Wert der Prüfung entsprechen, was sich aus der Semesterstundenanzahl ergibt. Zum Prüfungsstoff gehören die Lehrinhalte der bekannt gegebenen Studienbehelfe und der aktuellen Lehrveranstaltungen des Prüfers.

Rechtsschutz

Dem Kandidaten sind mindestens 3 Fragen aus dem Gebiet des Prüfungsstoffes zu stellen, die sich auch jeweils auf unterschiedliche Teilgebiete oder Themenkreise beziehen. Es dürfen auch nicht ausschließlich Fragen gestellt werden, die aus Rand- oder Grenzbereichen stammen. 

Man soll nicht länger als die übliche Konzentrationsfähigkeit befragt werden. Als Richtlinie dient hier eine Zeit von 30 Minuten, die nicht überschritten werden sollte. Außerdem sollen nicht mehr als 4 Kandidaten zugleich geprüft werden. Auch hier soll die Prüfung nicht länger als 2 Stunden dauern, und jeder Kandidat soll nur solche Fragen erhalten, die nicht bereits von den anderen im Wesentlichen oder auch nur teilweise richtig beantwortet wurden. 

Unfaire Prüfungen und Fragestellungen, welche in keinem Verhältnis zu den bekannt gegebenen Studienbehelfen stehen, weisen einen schweren Mangel im Sinne des § 79 Abs 1 UG 2002 auf. 

Schwere Mängel sind z. B.: weniger als 3 Fragen, Fragen ausschließlich aus Randgebieten oder nur aus demselben Teilgebiet, Lärm, Unterlassung der Führung eines Prüfungsprotokolls, Beschimpfung der Kandidaten, etc. Prüfungen, die einen schweren Mangel aufweisen, können binnen zwei Wochen (ab Bekanntgabe des Ergebnisses) schriftlich beim Studienpräses gerügt werden und sind von diesem aufzuheben.

Prüfungstermine

Sowohl schriftliche als auch mündliche Prüfungen aus allen Fächern werden jeweils dreimal pro Semester angeboten: WS: Oktober, November, Jänner; SS: März, April, Juni.

Sperrfrist

Falls Du es verabsäumt hast, Dich rechtzeitig von der Prüfung abzumelden bzw. an der Prüfung nicht teilnehmen konntest, bist Du automatisch für dieselbe Prüfung für den nächsten Termin gesperrt

Falls Du einen triftigen Grund für Dein Nichterscheinen hattest, gibt es folgende Möglichkeiten: 

  • Krankheit: in diesem Fall bringst Du ein ärztliches Attest persönlich dem StudienServiceCenter (Dekanat) während den Öffnungszeiten vorbei.
  • bei allen anderen Gründen musst Du Dich an Prof. Perthold persönlich wenden

Falls Du Fragen oder Schwierigkeiten hast, stehen wir Dir mit unserer Beratung natürlich gerne zur Verfügung!

Antrag auf freie Prüferwahl

§ 59 Abs 1 Z 13 UG 2002 

Anträge auf Prüferwahl werden in der Praxis bei Vorliegen wichtiger Gründe genehmigt (zB. wenn Dich der Prüfer beleidigt hat). Zwingend ist es beim Drittantritt. Zuständig: Studienprogrammleitung

Antrag auf abweichende Prüfungsmethode

§ 59 Abs 1 Z 12 UG 2002

Bei länger andauernder Behinderung (insbesondere: Stottern und andere Sprachschwierigkeiten, Armbrüche, Blindheit,...) 

Voraussetzungen:

  • Wenn die Ablegung der Prüfung in vorhergesehener Methode unmöglich ist
    +
  • Die abweichende Methode den Inhalt und die Anforderungen der Prüfung nicht beeinträchtigt

Zuständig: Studienprogrammleitung

Kodex bei schriftlichen Prüfungen

Gem. § 30 Studienplan ist bei Prüfungen des judiziellen und staatswissenschaftlichen Abschnittes die Verwendung von Gesetzestexten zu gestatten.

Prüfungsabbruch

§ 6 Abs 6 Satzung der Uni Wien [Studienrecht]

Prüfungen sind bei Abbruch grundsätzlich negativ zu beurteilen. Wenn aber ein wichtiger Grund für den Abbruch vorhanden war, wird die negative Note nachträglich aufgehoben.

  • Ein "wichtiger Grund" ist zB. Übelkeit, Nervenzusammenbruch, etc.

Antrag ist binnen 2 Wochen zu stellen. Zuständig: Studienprogrammleitung - Wichtig: Prüfung muss tatsächlich abgebrochen werden!

Bekanntgabe und Begründung der Note

§ 79 UG 2002

Das Ergebnis einer mündlichen Prüfung muss nach dem Ende der Prüfung bekannt gegeben werden. Wurde die Prüfung negativ beurteilt, muss Dir der Prüfer die Gründe dafür erläutern. Auf Antrag müssen Dir die Gründe auch schriftlich mitgeteilt werden (§ 79 Abs 4 UG 2002). Das Ergebnis einer schriftlichen Prüfung muss Dir spätestens 4 Wochen nach dem Prüfungstermin bekannt gegeben werden

Einsichtnahme

§ 79 UG 2002

Einsicht in die Beurteilungsunterlagen und das Prüfungsprotokoll ist binnen 6 Monaten ab Bekanntgabe der Note möglich. Die Unterlagen dürfen kopiert werden. Unabhängig vom offiziellen Einsichtstermin! Lichtbildausweis mitnehmen!

Anfechtung

§ 79 UG 2002

Grundsätzlich ist die Berufung gegen eine negative Beurteilung unzulässig, weil die Beurteilung selbst eine Art Gutachten darstellt und die sehr subjektive Sicht des Prüfers widerspiegelt. Natürlich kommt es gerade hier oft zu Ungereimtheiten, weil Fragen eben unterschiedlich schwer sind, und so manche Note von der Tagesverfassung und Laune des Prüfers abhängt.

Eine Anfechtung ist binnen 2 Wochen ab Bekanntgabe der Note möglich. Zuständig: Studienpräses - Dieser hat eine Frist von 6 Monaten, um zu entscheiden (in der Praxis geht es aber meistens schneller). Eine Berufung gegen die Beurteilung selbst ist nicht zulässig. Wird der Anfechtung stattgegeben, wird die negative Prüfung nichtig.

Voraussetzungen:

  • Negative Beurteilung
  • Prüfung weist mindestens einen schweren Mangel auf. Ein "schwerer Mangel" ist z.B.

    • Weniger als 3 Fragen
    • Fragen nur aus Randgebieten
    • Fragen nur aus demselben Teilgebiet
    • kaum eigene Fragen bei Gruppenprüfung
    • Beschimpfung der Kandidaten
    • Unfaires Verhalten des Prüfers
    • Überlänge der Prüfung
    • Störungen wie starker Lärm
    • Fragestellungen, welche in keinem Verhältnis zu den bekannt gegebenen Studienbehelfen stehen
    • Prüfer führt kein Protokoll oder die negative Benotung ist mangelhaft begründet (§ 70 Abs 2 UG 2002)

Wenn möglich: Zeugen angeben!

Wiederholung von Prüfungen

von negativen Prüfungen: § 13 Satzung der Uni Wien [Studienrecht]

4 Antritte (das sind 3 Wiederholungen) Beim 3. Antritt hast Du freie Prüferwahl (§ 59 Abs 1 Z 13 UG 2002). Der 4. Antritt wird kommissionell abgehalten. Die Kommission besteht aus mindestens 3 Prüfern. Auf Antrag kann bereits der 3. Antritt kommissionell abgehalten werden. Bei der MP StEOP-Einführung gibt es mittlerweile auch 4 Antritte.

von positiven Prüfungen: § 77 UG 2002

Innerhalb von 6 Monaten nach der Prüfung möglich, spätestens jedoch bis zum Ende des betreffenden Abschnitts. Es zählt nicht die besser benotete Prüfung sondern die letzte. Es ist kein Antrag nötig, einfach noch einmal anmelden und antreten.

Seminararbeiten

Abgabefrist=Ende des Semesters

  • Im WS: 31.Jänner
  • Im SoSe: 30.Juni

LV-Leiter kann Abgabefrist bis spätestens zum Ende der Nachfrist des nächsten Semesters ausdehnen:

  • Im WS: 30. April
  • Im SoSe: 30. November

     

Hier kannst du Dir unsere Power-Point-Präsentation zum Tutorium: "Prüfungsrecht" als PDF herunterladen.